Unser pädagogisches Konzept
In unserer Schwimmschule steht Ihr Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und seinem Entwicklungstempo im Mittelpunkt. Unser Unterricht orientiert sich an entwicklungspsychologischen und lernpsychologischen Erkenntnissen und schafft einen sicheren Rahmen, in dem Ihr Kind Vertrauen zum Wasser und in seine eigenen Fähigkeiten aufbauen kann.
Was unseren Unterricht besonders macht:
- kleine Gruppen mit maximal 5 Kindern
- 30-minütige Kurse, angepasst an die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern
- individuelle Förderung statt Leistungsvergleiche
- behutsamer Umgang mit Wasserängsten
- bedürfnisorientiertes Lernen
Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo
Kinder entwickeln motorische Fähigkeiten, Körperkoordination, Vertrauen ins Wasser und emotionale Sicherheit in sehr unterschiedlichem Tempo. Interindividuelle Vergleiche („Wer schwimmt schneller?“ oder „Wer kann schon tauchen?“) können dazu führen, dass Kinder sich unter Druck gesetzt fühlen oder ihr Selbstvertrauen verlieren. 1
Deshalb orientieren wir uns am individuellen Entwicklungsstand jedes Kindes. Fortschritte werden daran gemessen, was Ihr Kind zuvor bereits konnte und welche nächsten Lernschritte sinnvoll erscheinen.
Gleichzeitig lernen Kinder häufig durch Beobachtung anderer Kinder. Dieses sogenannte Modelllernen wurde insbesondere von dem Psychologen Albert Bandura beschrieben2. Entsprechend dieser Erkenntnisse arbeiten wir bewusst in kleinen Gruppen mit maximal fünf Kindern pro Kurs. So können Kinder voneinander lernen und gleichzeitig individuell begleitet werden.
30 Minuten – angepasst an die Aufmerksamkeitsspanne Ihres Kindes
Entwicklungspsychologische Erkenntnisse zeigen, dass besonders jüngere Kinder nur über eine begrenzte Zeitspanne konzentriert lernen können. Kürzere, strukturierte Lerneinheiten helfen ihnen, aufmerksam zu bleiben und positive Lernerfahrungen zu sammeln.3
Aus diesem Grund dauern unsere Kurse maximal 30 Minuten. Auch unsere Erklärungen und Übungen passen wir bewusst an die altersgerechte Aufmerksamkeitsspanne der Kinder an.
Fordern – aber nicht überfordern
Viele Kinder erleben Wasser zunächst als ungewohnt oder sogar beängstigend. Gleichzeitig ist Schwimmen eine wichtige und lebensrettende Fähigkeit.
Der Psychologe Lev Vygotsky beschreibt, dass Kinder besonders erfolgreich lernen, wenn Aufgaben leicht über ihrem aktuellen Entwicklungsstand liegen und sie dabei gezielte Unterstützung erhalten.4
Auch die Lernpsychologie zeigt, dass Ängste am besten durch eine behutsame, schrittweise Annäherung abgebaut werden.5 Deshalb sammeln Kinder in unseren Kursen Schritt für Schritt positive Erfahrungen – vom ersten Kontakt mit dem Wasser bis hin zum sicheren Schweben und Tauchen.
Dabei gilt immer: Jedes Kind bestimmt sein eigenes Tempo.
Bedürfnisorientiertes Lernen
Unser Unterricht orientiert sich an den psychologischen Grundbedürfnissen des Menschen, wie sie der Psychologe Klaus Grawe6 beschrieben hat. Dazu gehören insbesondere die Bedürfnisse nach Bindung, Orientierung und Kontrolle, Selbstwerterhöhung sowie Lustgewinn und Unlustvermeidung.
Diese Bedürfnisse berücksichtigen wir bewusst in unserem Unterricht:
Bindung
Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Trainer und Kind schafft Sicherheit und erleichtert den Lernprozess.
Orientierung und Kontrolle
Klare Abläufe, feste Rituale, Grenzen und verständliche Aufgaben geben den Kindern Struktur und Vorhersehbarkeit.
Selbstwert
Kleine Erfolgserlebnisse stärken das Vertrauen der Kinder in ihre eigenen Fähigkeiten. Unsere Trainerinnen und Trainer unterstützen jedes Kind dabei, seine Fortschritte wahrzunehmen und stolz auf das Erreichte zu sein.
Positive Erfahrungen
Spielerische Übungen und eine wertschätzende Atmosphäre sorgen dafür, dass Lernen mit Freude verbunden wird.
Wenn diese grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind, können Kinder besonders effektiv lernen und neue Herausforderungen mit mehr Selbstvertrauen meistern.
Unser Ziel
Unser Ziel ist es nicht nur, Kindern das Schwimmen beizubringen. Wir möchten ihnen Sicherheit im Wasser, Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und Freude an Bewegung vermitteln.
Durch individuelle Förderung, kleine Gruppen und eine unterstützende Lernatmosphäre schaffen wir die Grundlage dafür, dass Kinder langfristig sichere und selbstbewusste Schwimmer werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Chi, L. (2004). Achievement goal theory.
2 Bandura, A. (1969). Social-learning theory of identificatory processes. Handbook of socialization theory and research, 213, 262.
3 Moyer, K. E., & von Haller Gilmer, B. (1954). The concept of attention spans in children. The Elementary School Journal, 54(8), 464-466.
4 Vygotsky, L. (1987). Zone of proximal development. Mind in society: The development of higher psychological processes, 5291(157), 3.
5 Roche, L., Cunningham, I., Rolland, C., Fayaubost, R., & Maire, S. (2022, November). Reducing fear of water and aquaphobia through 360 degree video use?. In Frontiers in education (Vol. 7, p. 898071). Frontiers Media SA.
6 Grawe, K. (2004). Psychological therapy. Hogrefe Publishing GmbH.
